Cannabidiol (CBD) ist Gegenstand einer riesigen Menge von Untersuchungen zu allen möglichen Anwendungsmöglichkeiten. Heute werden wir erforschen, welche Beziehung zwischen diesem Cannabinoid und Sucht bestehen könnte, und wie es möglicherweise mit dem Belohnungssystem des Gehirns interagieren könnte. Komplex, faszinierend und leistungsstark, hält dieser uralte Teil des Gehirns hedonistische Verhaltensweisen zu unserem eigenen Wohl unter Verschluss. Manchmal geht es jedoch schief und es kann zu einer Sucht kommen, die von ärgerlich bis katastrophal reichen kann.

Was ist Sucht?

Im Allgemeinen wird Sucht als zwanghaft wiederholtes Verhalten definiert, obwohl es negative Konsequenzen nach sich zieht und/oder jemand das Verhalten beenden möchte, jedoch nicht kann. Einige Anzeichen für Sucht können sein:

  • Geld für Dinge ausgeben, die man sich nicht leisten kann
  • Ein Verhalten fortsetzen, das sich negativ auf die eigene Gesundheit auswirkt
  • Unfähig zu sein, aufzuhören oder unangenehme Entzugserscheinungen zu erleben, wenn man aufhört
  • Die Begierde verspüren, ein Verhalten durchzuführen
  • Ausreden erfinden, um ein Verhalten durchführen zu können

Sucht tritt dann auf, wenn ein Verhalten oder eine Substanz das Belohnungssystem des Gehirns triggert. Obwohl dies nicht der einzige Mechanismus ist, ist die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin ein essentieller Teil des Verständnisses, wie Sucht funktioniert.

Einfach ausgedrückt kann ein Verhalten oder eine Substanz die Ausschüttung von Dopamin bewirken – welches die Belohnungschemikalie des Gehirns ist. Die Ausschüttung von Dopamin veranlasst das Gehirn, dieses Verhalten zu wiederholen – es ist die Art und Weise, wie das Gehirn verinnerlicht, was es als nützlich erachtet, und sicherzustellen, dass wir es wiederholen. Wenn eine Person dieses Verhalten wiederholt, wird erneut Dopamin ausgeschüttet. Mit der Zeit werden die Dopaminrezeptoren weniger empfindlich für den Neurotransmitter, und so wird eine größere Menge Dopamin benötigt, um dasselbe Gefühl der Belohnung hervorzurufen.[1] Dies ist teilweise, warum Menschen eine Toleranz entwickeln und jede Sucht dazu neigt, mit der Zeit immer extremer zu werden.

Sucht wird ferner in zwei Kategorien unterteilt: körperliche/chemische Sucht und Verhaltens-/Prozesssucht.

What Is Dopamine?
  • Was ist eine körperliche Sucht?

Bei der körperlichen Sucht bewirkt die eingenommene Substanz unmittelbar eine Dopaminausschüttung. So sind z. B. Heroin, Alkohol und Nikotin insgesamt stark chemisch suchterzeugend.

Diese Art der Sucht ist durch starke, körperliche Entzugserscheinungen gekennzeichnet. Tatsächlich kann der Entzug von Alkohol sogar so stark sein, dass er mit dem Tod enden kann.[2] Diese Entzugserscheinungen verursachen ein starkes Verlangen und können es der betroffenen Person extrem schwer machen, sich von der körperlichen Abhängigkeit zu befreien. Körperliche Abhängigkeiten sind nicht nur für schwerwiegend abhängige Menschen ein Problem, doch selbst die Überwindung einer relativ leichten Abhängigkeit kann schwierig sein.

  • Was ist eine Verhaltenssucht?

Bei einer Verhaltenssucht hingegen wird das Belohnungssystem bei einem bestimmten Verhalten getriggert. Glücksspiele, soziale Medien und Smartphones zapfen allesamt das Belohnungssystem an und lösen so beim Nutzer suchterzeugendes Verhalten aus.[3]

Verhaltenssüchte werden normalerweise durch bestimmte Reize ausgelöst und führen nicht zu Entzugserscheinungen. Ein Spielsüchtiger, der keinen Zugang zu einem Handy, Technologie oder anderen Dingen hat, die ihn an sein Glücksspiel erinnern, könnte beispielsweise tagelang nicht daran denken, nur um dann festzustellen, dass er nicht mehr aufhören kann, sobald er mit etwas konfrontiert wird, das er mit seiner Sucht assoziiert. Auch körperliche Süchte werden durch umweltbedingte Auslöser schlimmer, funktionieren jedoch auch von allein.

Aus diesem Grund neigen Verhaltenssüchte dazu, etwas leichter zu bewältigen zu sein, da die betroffenen Personen nicht dieselben Entzugssymptome haben. Andererseits sind viele Verhaltenssüchte derart verbreitet – ihre Auslöser sind in unserer Gesellschaft derart allgegenwärtig –, dass es beinahe unmöglich sein kann, die damit verbundenen Reize zu vermeiden.

What Is Addiction?
  • Worin liegt der Unterschied zwischen Sucht und Abhängigkeit?

Sucht und Abhängigkeit sind im Grunde zwei Begriffe, die zumindest in Bezug auf Substanzen in der medizinischen und wissenschaftlichen Gemeinschaft weitgehend abgeschafft wurden. Beide werden jetzt als Substanzgebrauchsstörungen bezeichnet. Der Grund dafür? Eine körperliche Sucht neigt dazu, auf einer gewissen Ebene auch eine Abhängigkeit zu sein. Die Begriffe sind so austauschbar, dass sie keine eindeutig informative Bedeutung mehr haben.

Eine der anderen Eigenschaften einer körperlichen Abhängigkeit ist, dass der Körper physisch von der Substanz abhängig wird, um korrekt zu funktionieren. Während die meisten Menschen durch den Konsum von Alkohol gehemmt werden, benötigt ein schwerer Alkoholiker für seine normale, tägliche Funktionstüchtigkeit Alkohol. Dies ist ein extremes Beispiel für körperliche Abhängigkeit.

Verhaltenssüchte führen in aller Regel nicht zu dieser Art von Abhängigkeit.

Was ist das ECS?

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein Netzwerk aus Rezeptoren und Kanälen, das den gesamten Körper von Menschen und anderen Tieren durchzieht. Es ist komplex, weitreichend und man nimmt an, dass es eine Vielzahl von körperlichen und geistigen Prozessen beeinflusst. Wir beginnen jedoch gerade erst zu entdecken, welche Rolle das ECS in unserem Leben spielt.

Inzwischen ist auch anerkannt, dass das ECS eine Schlüsselrolle im Belohnungssystem des Gehirns spielt; teilweise, indem es die körperliche und emotionale Homöostase (im Grunde Ordnung und Gleichgewicht) aufrechterhält. Es wird angenommen, dass eine Regulationsstörung des ECS eine Rolle bei Sucht spielt, indem es das Stressniveau, Verlangen und schlechte emotionale Zustände erhöht und die synaptische Plastizität beeinträchtigt. Eine Frage, auf die es jedoch noch keine eindeutige Antwort gibt, lautet: Verursacht Sucht diese Regulationsstörung oder führt sie zu Sucht?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass es eine Wechselwirkung zwischen den beiden gibt und dass sie sich gegenseitig verstärken.

2-AG und Anandamid (AEA) sind die beiden am häufigsten vorkommenden Neurotransmitter im ECS. 2-AG ist ein vollständiger Agonist der CB1- und CB2-Rezeptoren, während AEA eine besondere Affinität zum CB1-Rezeptor hat. Beide werden bei Bedarf vom Körper selbst hergestellt und haben in Tierversuchen Belohnungsreaktionen getriggert.[4]

  • Was ist CBD?

Cannabidiol (CBD) ist nach THC das zweitbekannteste Phytocannabinoid (eines, das in Pflanzen produziert wird). Viele der in Cannabis vorkommenden Cannabinoide sind dazu in der Lage, mit dem ECS zu interagieren und haben daher die Fähigkeit, ein High zu hervorzurufen.

THC wirkt direkt, indem es an den CB1-Rezeptor bindet und Anandamid nachahmt. Dies geschieht allerdings in größeren Mengen, die schwerer abzubauen sind.

CBD hingegen wirkt eher indirekt. Es hemmt die Fettsäure FAAH, die für den natürlichen Abbau von Anandamid verantwortlich ist. Die Hemmung von FAAH bedeutet, dass dem CB1-Rezeptor eine größere Menge des natürlich vorkommenden Endocannabinoids Anandamid zur Verfügung steht – und damit das gesamte ECS und den Körper beeinflusst.

CBD und Sucht

Hat CBD somit eine Rolle in Bezug auf Substanzgebrauchsstörung? Bislang steckt die Forschung zu CBD noch in den Kinderschuhen und es ist noch zu früh, um sagen zu können, ob und welche Rolle CBD bei einer Sucht spielen könnte. Wir können jedoch mit Sicherheit sagen, dass die Untersuchungen zu CBD boomen und es in Bezug auf alle möglichen Anwendungen erforscht wird, einschließlich seiner Wechselwirkung mit Sucht.

Die Rolle, die CBD dabei spielen könnte, ist äußerst komplex und wirkt sich auf weitaus mehr Systeme als nur das ECS aus. Tatsächlich untersucht die Wissenschaft die Wirkung von CBD auf dopaminerge, opioiderge und serotonerge Systeme in Verbindung mit Sucht.[5]

  • Welche Substanzsüchte könnten von CBD beeinflusst werden?

Die Wechselwirkung zwischen CBD und verschiedenen Suchterkrankungen ist ein wichtiger Aspekt für das Verständnis der Rolle, die es spielen könnte. Zeigt es bei allen Suchtmitteln dieselben Wirkungen oder scheint es bei einigen Substanzen wirksamer als bei anderen zu sein?

Einige der wichtigsten Substanzgebrauchsstörungen, die im Zusammenhang mit CBD erforscht werden, sind unter anderem:

Tabak (Nikotin) Alkohol
Kokain Heroin oder Opiate
Methamphetamin Cannabis (insbesondere THC)

Mit Ausnahme von Cannabis auf dieser Liste erzeugt jede dieser Drogen eine körperliche Abhängigkeit – meistens im Zusammenhang mit dem dopaminergen System. Welche Rolle könnte CBD nun in diesem Zusammenhang spielen?

Die Wirkungen von CBD könnten vielschichtig sein. Die Forschung untersucht, ob CBD die Neurogenese fördern und neuroprotektive Eigenschaften haben könnte, die zum Aufbau neuer Nervenbahnen und zum Schutz des Gehirns vor Sucht beitragen könnten.[5]

  • CBD und Serotonin

Genauso bemüht sich die Forschung, das serotonerge Potential von CBD zu verstehen, da es ein Agonist des 5-HT1A-Rezeptors zu sein scheint.[6] Serotonin, ein wichtiger Neurotransmitter, der für Glücksgefühle und Geselligkeit verantwortlich ist, spielt im Zusammenhang mit Sucht vermutlich eine große Rolle. Man konnte beobachten, dass Tiere und Menschen, die unter unglücklichen Umständen leben – Umständen, die die Ausschüttung von Serotonin nicht fördern – mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Suchtverhalten entwickeln. Daher wird vermutet, dass eine Umkehrung dessen den Menschen weniger anfällig für Sucht machen könnte.

Studien deuten darauf hin, dass selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nützlich bei der Überwindung von Sucht sein könnten, da sie den Serotoninspiegel erhöhen und somit Stress und Angst reduzieren, die zwei bekannte Auslöser für Sucht sind.[7] Dies demonstriert, wie wichtig es ist, die serotonergen Eigenschaften eines Medikaments zu verstehen, wenn man wissen will, welche Rolle es im Zusammenhang mit Sucht spielen könnte.

  • Modulation der Dopaminreaktion

Serotonin ist nur ein Faktor bei der Modulation von Sucht. CB1- und CB2-Rezeptoren sowie TRPV1-Kanäle sind ebenso am dopaminergen System beteiligt und werden im Zusammenhang mit CBD erforscht.[8]

Obwohl die Ergebnisse bisher unklar sind, da die meisten Forschungen an Tieren durchgeführt wurden, wird angenommen, dass CBD eine gewisse Rolle bei der Suchtbekämpfung spielen könnte, wenn es genutzt werden könnte, um diese Systeme auf vorteilhafte Weise zu modulieren.

Ist CBD sicher?

Insgesamt gilt CBD als sicher. Dies ist einer der Gründe, warum es in Bezug auf viele Erkrankungen hoffentlich weiterverfolgt wird.

Die FDA in den USA hat über Epidiolex hinaus jedoch noch keine CBD-basierten Medikamente zugelassen, bis einige wesentliche Sicherheitsfragen beantwortet wurden.

Diese sind:

  • Welche Auswirkungen hat es auf die Leber?
  • Was ist die wirksame/maximale Dosis?
  • Welche Konsummethode ist am wirksamsten/wenigsten gefährlich?
  • Welche langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen bringt der regelmäßige CBD-Konsum mit sich?

Solange diese Fragen nicht beantwortet werden können, können wir nicht nur nicht sicher sein, wie sicher CBD ist, sondern es wird auch unmöglich sein, es auf die effektivste Weise zu verabreichen.

Gleichwohl sind diese Bedenken für CBD keinesfalls nachteilig, sondern unterstreichen nur die Notwendigkeit umfangreicher Untersuchungen, damit wir Antworten erhalten und dann das volle Potential von CBD nutzen können – wie auch immer dieses aussehen mag.

Ist CBD suchterzeugend?

Das Potential von CBD, mit Sucht in Wechselwirkung zu treten, wäre stark beeinträchtigt, wenn es selbst suchterzeugend wäre. Die Weltgesundheitsorganisation ist zu dem Schluss gekommen, dass CBD sicher ist und kein Suchtpotential aufweist.[9]

Kann CBD bei Sucht helfen?

Obwohl es Hoffnung gibt, ist es noch zu früh, um das zu sagen.

Falls Du jedoch bei einer Sucht nach Hilfe suchst, kannst Du nicht erwarten, dass CBD ein Wundermittel ist. Die erste Anlaufstelle sollte immer ein Arzt sein und falls Du daran interessiert sein solltest, CBD als Teil Deiner Behandlung einer Sucht zu verwenden, solltest Du dies mit ihm besprechen.

Wie bereits erwähnt, besteht eines der Hauptprobleme der derzeitigen Forschung darin, dass sie sich auf Tierversuche konzentriert, deren Ergebnisse nicht immer auf den Menschen übertragbar sind. Und selbst dort, wo dies der Fall wäre, sind die Stichproben zu klein, um sie zu verallgemeinern.

Doch während die Forschung voranschreitet, kann man neue Offenbarungen über die Beziehung zwischen CBD und Sucht erwarten.

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External Resources:
  1. Dopamine and Addiction - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Alcohol withdrawal can be deadly – here's why https://theconversation.com
  3. Social Networking Sites and Addiction: Ten Lessons Learned https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Endocannabinoid signaling in reward and addiction https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Role of Cannabidiol in the Therapeutic Intervention for Substance Use Disorders https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  6. The Endocannabinoid System and Cannabidiol's Promise for the Treatment of Substance Use Disorder https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Efficacy of antidepressants in substance use disorders with and without comorbid depression. A systematic review and meta-analysis - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  8. Possible Receptor Mechanisms Underlying Cannabidiol Effects on Addictive-like Behaviors in Experimental Animals https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  9. CANNABIDIOL (CBD) Critical Review Report https://www.who.int
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