In der Vergangenheit haben Studien bewiesen, dass verheiratete Paare, die Alkohol oder andere Substanzen missbrauchen, mit höherer Wahrscheinlichkeit geschieden werden - einer der Hauptgründe dafür ist, dass der Missbrauch von Rauschmitteln zu Gewalt unter den Intimpartnern führen kann. Diese Gewalt kann sich durch physische Aggressionen, wie beispielsweise Ohrfeigen, Würgen, Schläge und dergleichen äußern. Eine vor kurzem in dem Magazin „Psychology And Addictive Behaviour“ erschienene Studie weist allerdings darauf hin, dass bei Paaren, die Cannabis konsumieren, de facto das Gegenteil der Fall ist und es bei diesen Paaren seltener zu häuslicher Gewalt kommt.

DIE UNTERSUCHUNGEN

Die Studie wurde von Forschern der Yale Universität, Rutgers und der Buffalo Universität durchgeführt. Für einen Zeitraum von drei Jahren, zwischen 1996 und 1999, wurden 634 freiwillige Paare rekrutiert, die eine Heiratslizenz in New York beantragt hatten. Die Paare mussten sich anfangs interviewen lassen und wurden in den darauffolgenden neun Jahren durch Briefumfragen weiter kontrolliert. In den Briefumfragen wurde erfasst, wie oft die Paare Cannabis oder andere Rauschmittel konsumierten und wie oft die Ehepartner in den letzten Jahren mit häuslicher Gewalt konfrontiert wurden.

Die Studie kam zu dem Schluss, dass bei Ehepaaren, bei denen einer der Ehepartner regelmäßig Cannabis konsumiert, das Auftreten von häuslicher Gewalt seltener vorkommt. Das niedrigste Vorkommen von häuslicher Gewalt war bei Ehepaaren zu verzeichnen, bei denen beide Ehepartner regelmäßig Cannabis konsumierten. Der leitende Forscher Kenneth Leonard betont allerdings auch, dass die Studienergebnisse auf jährlichen Begutachtungen aufbauen und demnach nicht als Richtwerte für die Effekte zu werten sind, die Cannabis an einem gegebenen Tag auf das Auftreten von häuslicher Gewalt haben kann.

DIE AUSWIRKUNGEN

Für den allgemeinen Cannabiskonsumenten sind diese Ergebnisse vermutlich keine Überraschung, da Cannabis größtenteils dafür gebraucht wird, um sich zu lockern und zu entspannen. Da allerdings bekannt ist, dass Alkohol und andere Rauschmittel zu häuslicher Gewalt führen können, vermuteten die Forscher ursprünglich, dass Cannabis denselben Effekt hervorrufen würde. Die Studienergebnisse haben allerdings das Gegenteil bewiesen.

Herr Leonard betont, dass Ehepartner, die gemeinsam Cannabis konsumieren, oftmals ähnliche Wertvorstellungen und Freundeskreise haben und dadurch eine geringere Wahrscheinlichkeit für Konflikte besteht. Des Weiteren betonen die Autoren, dass ein weiterer Grund sein könnte, dass der regelmäßige Cannabiskonsum zur Abstumpfung von emotionalen Reaktionen führen und sich dies durch die Minderung von aggressivem Verhalten äußern könnte. Das nationale Institut der USA für Drogenmissbrauch hat im Jahr 2013 ungefähr 2 Millionen Dollar für eine vierjährige Studie zur Verfügung gestellt, die weiter erforschen soll, wie genau sich der Cannabiskonsums auf das aggressive Verhalten unter Partnern auswirkt. Diese und weitere Studien werden uns hoffentlich ermöglichen genauer zu verstehen, wie genau Cannabis Einfluss auf unser alltägliches Leben und unsere Psyche nimmt.

Lobenswert ist auch, dass die Autoren der Studie diese zu einer Zeit durchgeführt haben, in der viele andere Forscher durch die damaligen Gesetzgebungen in Bezug auf Cannabis keinerlei derartigen Ambitionen hatten. Wir leben in einer aufregenden Zeit, in der die Wissenschaft viel bewirken kann.

 

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