Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Cannabispflanze zu düngen. Synthetische Nährstoffe bieten zwar eine sofortige Lösung für Nährstoffmängel, tragen jedoch nicht wesentlich zur Gesundheit des Bodens bei. Organische Nährstoffe dagegen stellen das Gesamtpaket zur Verfügung, indem sie die Pflanzen und den Boden mit Naturalien versorgen. Oberflächliches Düngen mit Kopfdünger (englisch: Top Dressing) ist eine Technik, bei der organische Nährstoffe auf die Bodenoberfläche aufgetragen werden. Viele Landwirte haben mit dieser einfachen, aber wirksamen Methode die Gesundheit ihrer Kulturpflanzen verbessert.

DIE BEDEUTUNG DER RHIZOSPHÄRE

Bahnbrechende Fortschritte auf dem Gebiet der Bodenkunde haben unser Verständnis der Vorgänge unter der Oberfläche erheblich verbessert. Wir wissen jetzt, dass die Wurzelzone (oder Rhizosphäre) ein Mikrokosmos des Lebens ist. Hier leben nützliche Bakterien, Pilze, Nematoden und Protozoen. Diese Mikroorganismen machen das aus, was die Bodenwissenschaftlerin Dr. Elaine Ingham „soil food net“ (Bodennahrungsnetz) nennt. Sie spielen eine grundlegende Rolle für die Gesundheit des Bodens und der Pflanzen, die in ihm wachsen, vom Abbau organischer Stoffe bis hin zur Abwehr von Schädlingen.

Forscher haben die Rhizosphäre mit einer blühenden fremden Landschaft verglichen, in der ein Kubikzentimeter Boden eine so große Artenvielfalt enthält, wie man sie sonst in einem Hektar oberirdischen Waldes findet.

Leider vernachlässigen moderne landwirtschaftliche Praktiken dieses empfindliche Lebenssystem. Kunstdünger und das Beackern des Bodens sind dafür verantwortlich, den Boden zu ramponieren und zu verletzen, was zur Erosion und zur Beseitigung der eben genannten lebenswichtigen Lebewesen geführt hat. Im Gegensatz dazu stellt die regenerative Landwirtschaft eine ganzheitliche Methode zum Anbau von Pflanzen dar, die das Bodennahrungsnetz schont. Einfache Düngetechniken wie die Verwendung von Kopfdünger stellen die Gesundheit des Bodens wieder her und produzieren qualitativ hochwertige Cannabispflanzen.

In diesem Artikel erklären wir, was man unter Kopfdüngung versteht, warum der Einsatz von Kopfdünger nutzbringend ist und wie Du ihn in Deinem Garten anwenden kannst.

KOPFDÜNGER BRINGT (IM WAHRSTEN SINN DES WORTES) NEUES LEBEN IN DEINEN BODEN

Oberflächliche Düngung ist eine ausgesprochen einfache Methode, den Boden mit Nahrung zu versorgen. Es geht darum, eine Schicht Kompost oder andere Zusätze auf der Oberfläche von Beeten oder Töpfen zu verteilen. Während der Wachstumsphase bauen Mikroben diese Materie ab und ermöglichen dadurch einen stetigen und konstanten Nährstofffluss in den Boden. Auf diese Weise trägst Du entscheidend zur Anreicherung des Bodens bei, der dann wiederum Deine Pflanzen ernährt.

Oberflächlich zu düngen ist eine regenerative Alternative zu synthetischen Nährstoffen und zum Pflügen des Bodens. Beim konventionellen Anbau werden Stickstoff, Kalium und Phosphor in den Boden gegeben. Dieser Zugabe folgt kurz darauf die Bodenbearbeitung – das Verteilen des Bodens mit einem Pflug oder einer Motorfräse. Obwohl diese Methode den Boden belüftet und den Sämlingen erleichtert, Fuß zu fassen, dezimiert sie das Nahrungsnetz des Bodens.

Die traditionelle Bodenbearbeitung belastet das mikrobielle Leben, zerkleinert nützliche Pilzkolonien und gibt Kohlendioxid und Methan an die Atmosphäre ab. Als regenerative Technik, die auf ein Umpflügen verzichtet, erreicht man mit einer oberflächlichen Düngung das Gegenteil. Kopfdünger ermöglicht Gärtnern und Landwirten, ihren Boden im Verlauf der Jahreszeiten aufzubauen und starke mikrobielle Gemeinschaften zu fördern. Synthetische Nährstoffe erschöpfen allmählich das Leben in Deinem Nährboden, wohingegen die oberflächliche Düngung eine langfristige Versorgung nach sich zieht. Ein gesunder Boden führt zu robusteren Pflanzen, höheren Erträgen und qualitativ hochwertigeren Blüten.

Das Ausbringen von Kunstdüngern ohne Berücksichtigung des Nahrungsnetzes im Boden ist mit einer Ernährung des Menschen vergleichbar, die unser eigenes Mikrobiom nicht berücksichtigt – ein lebenswichtiges Element der menschlichen Gesundheit.

DIE BEDEUTUNG DER RHIZOSPHÄRE

Oder wie Dr. Ingham es ausgedrückt hat: „Lassen Sie die Arbeitskräfte wieder ihre Arbeit verrichten. Diese brauchen keinen Urlaub. Stellen Sie einfach nur sicher, dass sie in Ihrem Boden vorhanden sind und ernähren Sie sie. Unsere Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass es eine Vielfalt von Mikroorganismen gibt, damit die Pflanzen die Organismen auswählen können, die sie benötigen.“

WANN DU DEINEN BODEN MIT KOPFDÜNGER DÜNGEN SOLLTEST

Als Anbauer solltest Du Deinen Boden im zeitigen Frühjahr vor Beginn der Wachstumsphase mit Kopfdünger versorgen, da die Mikroben eine Weile brauchen, um organische Stoffe abzubauen und Nährstoffe freizusetzen. Indem Du Deine oberflächliche Düngung früh beginnst, ist Dein Boden mit Nährstoffen aufgeladen, wenn Deine Pflanzen in die vegetative Phase eintreten.

Falls Du mit einem einfachen Boden arbeitest, musst Du ihn während der gesamten Saison mehrmals mit Kopfdünger versehen, den Du alle drei Wochen auf Beete und Töpfe ausbringst, um Deine Mikroben und Pflanzen zu ernähren. Falls Dir ein komplexer und gesunder Boden zur Verfügung steht, musst Du ihn erst zu Beginn der Blütephase wieder aufwerten.

Obwohl Kopfdünger ein breites Spektrum an Nährstoffen liefern kann, ist nicht ausgeschlossen, dass dennoch Mängel auftreten. Da es einige Zeit dauert, bis organische Stoffe abgebaut sind, musst Du eine schnell wirkende Technik anwenden, um sie zu beseitigen. Komposttee ist eine schnelle und natürliche Methode, um offensichtliche Mängel zu beheben.

DIE BESTEN ZUSÄTZE FÜR DIE OBERFLÄCHLICHE DÜNGUNG

Als Erzeuger kannst Du aus einer Vielzahl von Ergänzungen wählen, um Deinen Boden optimal zu pflegen. Obwohl diese Optionen oberflächlich betrachtet unterschiedlich erscheinen, hält sie ein roter Faden zusammen – sie alle stecken voller Nährstoffe! Werfen wir nun einen Blick auf die besten Optionen.

KOMPOST

Kompostierung ist eine kostengünstige und einfache Möglichkeit, um Zuhause eine nährstoffreiche Ergänzung selbst herzustellen. Kompost zu bekommen, ist einfach; alles, was Du brauchst, ist ein Kompostbehälter und etwas Küchen- und Gartenabfall. Braunes Material ist kohlenstoffreich und enthält abgestorbene Blätter, Sägemehl und Stroh. Grünes Material dagegen ist stickstoffreich und umfasst Obst, Gemüse und frischen Pflanzenabfall. Du solltest ein Verhältnis von Braun zu Grün anstreben, das durchgehend bei 3:1 liegt.

Sobald er ausgereift ist, sieht Dein Kompost dunkelbraun aus und fühlt sich weich an. Dieses Material ist voller organischer Stoffe und Nährstoffe, die Deine Pflanzen und Mikroben ernähren.

BLUT- UND KNOCHENMEHL

Bei Blut- und Knochenmehl handelt es sich um organische Düngemittel, die aus Rindern gewonnen werden. Das mag auf den ersten Blick grausam erscheinen, gehört aber ebenso zu den vielen Möglichkeiten, mit denen die Natur den Boden gedeihen lässt. Blut- und Knochenmehl sind reich an den essentiellen Mineralien Phosphor und Stickstoff. Dieser Zusatz ist aber auch wirksam bei der Abwehr von Säugetieren wie Wild und Eichhörnchen.

DIE BESTEN ZUSÄTZE FÜR DIE OBERFLÄCHLICHE DÜNGUNG

BRAUNALGEN

Braunalgen sind eine Ergänzung aus nährstoffreichem Seetang. Diese Spezies enthält ein riesiges Spektrum an Mineralien, zu denen unter anderem Stickstoff, Phosphor, Kalium, Eisen, Mangan und Zink gehören. Ebenso enthalten Braunalgen nützliche Hormone und fördern das Wachstum von Bodenmikroorganismen.

WURMHUMUS

Wurmhumus ist eine andere Bezeichnung für, naja, Würmerkacke halt. Diese zappeligen Gesellen sind im Garten Deine hilfreichen Verbündeten. Sie wandeln Küchen- und Gartenabfälle in nährstoffreichen Dung um. Gärtner können Würmer in einem „Wurmkorb“ aufziehen, um sich unbegrenzt mit ihren Exkrementen zu versorgen. Wurmhumus ist eine wertvolle Ergänzung, die Kalium, Stickstoff, Magnesium, Kalzium und Phosphor bereitstellt.

MYKORRHIZAPILZE

Mykorrhizapilze gehen mit Pflanzen eine synergistische Beziehung ein. Sie heften sich an die Wurzeln und bilden eine Erweiterung des Wurzelsystems. Diese Lebensformen sind fachmännische Zersetzer und scheiden Enzyme aus, um organische Stoffe abzubauen. Pflanzen treiben diesen Prozess voran, indem sie den Pilzen Zucker zuführen und dafür im Gegenzug Nährstoffe erhalten. Bestimmte Arten von Mykorrhizapilzen sind eventuell bereits in Deinem Boden enthalten. Dennoch kannst Du ihn mit dem Easy Roots Mykorrhiza Mix impfen, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich vorhanden sind.

WIE DU DEINE CANNABISPFLANZEN MIT KOPFDÜNGER DÜNGST

Jetzt, da Du eine Vorstellung davon hast, mit welchen Ergänzungen Du Deine Cannabispflanzen aufpeppen kannst, ist es Zeit, endlich selbst loszulegen! So führst Du an Deinen Graspflanzen eine Kopfdüngung durch.

SCHRITT 1: WÄHLE EINE ERGÄNZUNG AUS

Wie Du gleich sehen wirst, ist es unglaublich einfach, Pflanzen mit Kopfdünger zu beglücken. Zunächst musst Du Dich allerdings entscheiden, welche Ergänzung Du verwenden willst. Kompost ist die billigste Option, aber manch ein Erzeuger kommt besser an vorgefertigte Produkte heran. In unserem Beispiel verwenden wir Braunalgen.

SCHRITT 2: WENDE DIE ERGÄNZUNG AN

Trage eine dicke Schicht Braunalgen auf die Oberfläche Deiner Behälter oder Beete auf. Befolge die Produktanweisungen, um eine Überdüngung Deiner Pflanzen zu vermeiden. Die empfohlene Anwendung liegt bei 0,5kg pro 9m².

SCHRITT 3: GIEẞE DIE ERGÄNZUNG

Als nächstes wässerst Du die oberflächlich gedüngte Erde mit einem Schlauch. Dadurch werden Nährstoffe in die Wurzelzone gespült. Jedes Mal, wenn Du Deine Pflanzen gießt, erhalten sie eine Flut von Mineralien aus dem Kopfdünger.

SCHRITT 4: TRAGE EINE SCHICHT MULCH AUF

Bringe eine Schicht Mulch über dem Kopfdünger aus. Gut eignen sich hierfür Stroh und Hackschnitzel. Die Mulchschicht hilft dabei, die Feuchtigkeit zu speichern, die Bodentextur zu verbessern und das Wachstum unerwünschter Unkräuter zu verhindern.

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