Der lange anhaltende Kampf um Cannabis und seine Auswirkungen auf unsere Gesundheit geht weiter. Für jeden Forschungsbericht, der positive Auswirkungen belegt, scheint ein gleichwertiges Gegenstück zu existieren, das diesen Befunden widerspricht. Bei diesem Thema handelt es sich wohl meist tatsächlich um ein Minenfeld. Es gibt jedoch einen Aspekt, der allen diesen Studien gemein ist – nämlich ein Verlangen, den Einfluss von Cannabis auf unseren Körper wirklich zu verstehen, sei es zum Guten oder zum Schlechten.

Normalerweise diskutieren wir hier neueste Forschungsarbeiten, um die publizierten Einzelheiten zu verstehen und die Methoden zu benennen, die eingesetzt wurden, um die Ergebnisse zu ermitteln. In diesem Fall haben wir es allerdings mit etwas anderem zu tun: Statt neue Ergebnisse oder vielleicht sogar einen Durchbruch zu referieren, analysierten hier mehrere Forscher frühere Studien, um ihre Gültigkeit zu überprüfen. Die Ergebnisse werden Dich überraschen.

Herz-Hypertension Cannabis

CANNABIS UND HERZGESUNDHEIT: WAS LEGT DIE FRÜHERE FORSCHUNG NAHE?

Bereits im August 2017 veröffentlichte das European Journal of Preventive Cardiology eine
wissenschaftliche Arbeit, in der ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und einer erhöhten Sterblichkeitsrate bei kardiovaskulären Notfällen untersucht wurde. Der Bericht kam zu einer ziemlich schockierenden Schlussfolgerung: "Marihuana-Konsum kann das Risiko für Bluthochdruckmortalität erhöhen"; eine Aussage, die sicherlich Anlass zur Sorge geben kann.

Bluthochdruck ist eine chronische Krankheit, die mit einem Anstieg des Blutdrucks einhergeht. Ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung ist betroffen und die Erkrankung gilt auf der ganzen Welt als die führende Ursache für einen vorzeitigen Tod. Unbehandelt kann Bluthochdruck zu Nierenversagen, Herzerkrankungen oder Herzinfarkt führen. Bevor allerdings Panik ausbricht, darf man nicht vergessen, dass die Erkrankung glücklicherweise behandelt werden kann. Und es dürfte deutlich sein, dass selbst, "FALLS" Cannabis einen Beitrag zu dieser schweren Erkrankung leisten sollte, dies nicht bedeutet, dass hier eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung vorliegt.

Das Schlüsselwort hier ist "FALLS". Die bekannte Redensart "Männer lügen, Frauen lügen, Zahlen jedoch nicht", wird häufig von Leuten zitiert, wenn sie auf die Authentizität von Statistiken verweisen. In diesem Fall können die Zahlen tatsächlich nicht geleugnet werden: Basierend auf den an ihnen durchgeführten Untersuchungen, sind Marihuana-Konsumenten 3,42-mal häufiger an Bluthochdruck gestorben. Die Schwächen dieser Studie offenbaren sich jedoch, wenn man sich die Einzelheiten des Untersuchung ansieht. Die verwendete Stichprobengröße, vorgenommene Verallgemeinerungen und die Integrität der Ergebnisse werfen einen Schatten.

SCHLUSSFOLGERUNGEN NEUER STUDIEN

Es scheint, dass wir nicht die einzigen sind, die die Integrität der Schlussfolgerungen in Frage stellen. Forscher aus Kalifornien, Pennsylvania und New York führten eine Überprüfung durch und analysierten die frühere Arbeit. Ihr einziger Zweck bestand darin, die Integrität der getroffenen Schlussfolgerungen nachzuweisen und gegebenenfalls Korrekturen der Ergebnisse zu empfehlen.

Dieses gerichtete Vorgehen identifizierte drei Hauptfehler in der ursprünglichen Forschung: "Daten von schlechter Qualität, unzureichende Bewertung der Marihuana-Exposition, bzw. minimale Exposition in den untersuchten Populationen und Uneinheitlichkeiten im Studiendesign."

Eines der größten Versäumnisse sah man in der groben Verallgemeinerung, dass die Klassifizierung der Versuchspersonen als "Marihuana-Nutzer" auf der einzigen Ja- oder Nein-Frage beruhte, ob sie jemals in ihrem Leben das Kraut genutzt hatten. Mit anderen Worten, wurde nicht unterschieden zwischen einem täglichen Cannabiskonsumenten und jemandem, der vor Jahren vielleicht nur einmal auf einer Party geraucht hat. Die Stichprobe selbst berücksichtigte lediglich 1.213 Teilnehmer, die alle 20 Jahre oder älter waren. Es wurde kein Kontrollfaktor für Personen mit vorbestehenden Herzerkrankungen festgelegt.

Letztendlich kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die ursprüngliche Studie "unzureichende Belege lieferte, was die Auswirkungen von Marihuana auf kardiovaskuläre Risikofaktoren und Ereignisse betrifft, einschließlich Schlaganfall und Myokardinfarkt". Bevor Du aber vorschnell über den positiven Gebrauch von Cannabis jubelst, solltest Du nicht vergessen, dass der Hinweis auf "unzureichende Belege” nicht besagt, dass Cannabis in diesem Bereich tatsächlich von Vorteil ist. Der Begriff "unzureichend” verweist lediglich auf die Notwendigkeit, gezieltere Forschung mit einer messbaren Kontrollgruppe durchzuführen. Dies wird uns ermöglichen, die Auswirkungen von Cannabis und vor allem spezifischer Cannabinoide auf unser Herz und andere lebenswichtige Organe wirklich zu verstehen.

Herzprobleme Und Cannabis

WIE WIRD ZUKÜNFTIGE FORSCHUNG AUSSEHEN?

Mit Blick auf die unsichere Zukunft stellt sich die Frage, wie wir vorgehen werden, um den Einfluss von Cannabis auf unseren Körper verstehen. Die Haltung dieser Forscher markiert eine bemerkenswerte allgemeine Veränderung in der Sicht auf Cannabis und der Annäherung an Marihuana. Die Tatsache, dass sie bereit waren, frühere Forschungsergebnisse zu überprüfen und ihre Gültigkeit in Frage zu stellen, ist Beleg für ein ausgeprägtes Bedürfnis, die tatsächlichen Auswirkungen von Cannabis zu erkunden. Gemeinsam mit diesem Wissensdurst erleben wir, dass ein positiveres Umfeld für Cannabisstudien und Diskussionen über den Wert der Pflanze geschaffen wird.

In der Vergangenheit konzentrierten sich Untersuchungen meist auf ein einziges spezifisches Cannabinoid: nämlich THC. Erst vor relativ kurzer Zeit dehnte sich das Forschungsinteresse auch auf CBD aus, dessen Potenzial in einer Reihe von Situationen beleuchtet wurde. Die Cannabispflanze ist ein komplexer Organismus, der Dutzende von Cannabinoiden produziert, die auf unterschiedliche Weise mit unserem Endocannabinoid-System interagieren. Ein gezielter Forschungsansatz würde es uns ermöglichen, bestimmte Cannabinoide und andere Pflanzenbestandteile zunächst genau zu bestimmen, um dann ihre Wirkungen auf unseren Körper detaillierter zu untersuchen.

Das stetige Voranschreiten der Legalisierung und Entkriminalisierung von Cannabis wird sicher dazu beitragen, unser Verständnis für die tiefgreifende Natur dieser komplexen Pflanze zu erweitern.

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