Cannabisanbau ohne Erde erfreut sich wachsender Beliebtheit, ist allerdings nicht ganz einfach umzusetzen. Diese Anbauform erfordert einige Übung, die richtige Ausrüstung und einen sorgfältig eingehaltenen Zeitplan. Wesentlich für den Erfolg ist auch eine vollständig keimfreie Umgebung.

Wenn Du Dir das verinnerlichst und einmal meisterst, erntest Du den Lohn. Diese Technik zu beherrschen bringt einige Vorteile mit sich.

DIE VORTEILE BEIM ANBAU OHNE ERDE

Der größte Vorteil beim Anbau von Hydrokulturen ist der Anbauzyklus selbst. Deine Pflanzen entwickeln sich etwa 20 Prozent schneller. Warum? Deine Pflanzen ohne Erde anzubauen stellt einen effizienteren Weg dar, ihnen Nährstoffe zu verabreichen.

Auch Deine Ernten werden höher ausfallen – rechne mit etwa 20 bis 25 Prozent mehr. Es gibt keine Erklärung warum das so ist. Vermutlich liegt es daran, dass Pflanzen die Nährstoffe in flüssiger Form besser aufnehmen und nutzen können.

Deswegen kannst Du auch mehr Pflanzen anbauen. Der Abstand zwischen den Pflanzen muss nicht weiter sein, als wenn sie in Erde gepflanzt wären.

Vorteile Hydrokultur Anbau Cannabis

Was Du zudem bemerken wirst, ist, dass Du Platz sparst. Deine Hydrokultur-Anbaufläche ist im Grunde ein Reservoir. Die Pflanzen nehmen exakt die Menge an Wasser auf, die sie benötigen. Das restliche Wasser bleibt im Reservoir, bis es gebraucht wird. Vorbei sind die täglichen Bewässerungszeiten! Zudem wirst Du feststellen, dass Du weniger Wasser benötigst. Warum? Das Wasser wird nicht von der Erde aufgenommen, sondern fließt direkt zu Deinen Pflanzen.

Auch Zeit wirst Du sparen. Hydroponik lässt Dich Deine Zeit effektiver nutzen. Das einzige, was Du machen musst, ist das Wasser und den pH-Wert zu kontrollieren.

Ökologischer Anbau funktioniert auf diese Weise ebenfalls wesentlich einfacher. Die Pflanzen brauchen keine chemischen Wirkstoffe. Cannabis reagiert sehr empfindlich auf Schwermetalle und andere Unreinheiten, die in der Erde zu finden sind. Wenn Du also auf Erde verzichtest, musst Du Dich nicht mehr mit eventuellen Verschmutzungen herumplagen, welche schwer zu erkennen oder zu kontrollieren sind. Das einzige, was Deine Cannabispflanzen zu sich nehmen, ist nährstoffreiches, reines Wasser.

Dein Cannabis wird dadurch robuster gegen Schädlinge und Krankheiten. Deine Pflanzen gedeihen in einer abgeschlossenen, geschützten Umgebung. Schädlinge können erst gar nicht eindringen.

Cannabis Auf Hydrokultur

DIE VERSCHIEDENEN HYDROSYSTEME

Hast Du Dich einmal dafür entschieden, ohne Erde anzubauen, musst Du noch einige andere Entscheidungen fällen. Zum Beispiel, welches Hydro-System Du umsetzen willst. Hier hast Du einen Überblick über die meistgenutzten Techniken.

  • Aeroponik: Bei dieser Form von Hydrokultur sind die Pflanzen vom Reservoir getrennt. Die Wurzeln sind in einer lichtdichten Box eingeschlossen. Winzige Düsen hüllen die Wurzeln in einen feinen Sprühnebel aus Wasser.
  • Deep Water Culture: Die Wurzeln sind in einer Nährstofflösung untergetaucht. Eine Luftpumpe und ein Ausströmerstein versorgen die Lösung mit Sauerstoff.
  • Continuous Flow Top Feed System: Dies sind Systeme, die das Anbausubstrat von oben durchgehend mit Nährstoffen versorgen. Es gibt eine Vielzahl solcher Systeme. Die Nährstoff-Film-Technik (NFT) gehört zu einem System, bei dem die Pflanzen auf einem leicht geneigten Tablett wachsen. Ein dünner Nährstofffilm fließt von oben nach unten über das Tablett. Während dieses Prozesses bedeckt er die Wurzeln kontinuierlich mit einem Film aus Nährstoffen und Wasser. Tropfbewässerung funktioniert ähnlich. Kleine Düsen nähren die Pflanzen durch stetiges Herabtropfen einer Nährlösung in die Wurzelzone.
  • Ebbe und Flut-Hydrokulturen: Bei dieser Hydrokulturform stellst Du Deine Pflanztöpfe über ein Wasserreservoir. Die Pflanzen stehen auf einem Tablett darüber und die Wurzeln baumeln durch den Boden ins Wasser. Die Nährlösung wird in das Tablett gepumpt und passiert somit die Wurzeln. Was an Nährstofflösung zuviel ist, fließt zurück ins Wasserreservoir für die nächste Bewässerung.
  • Docht-System: Dieses System ist super einfach umzusetzen und perfekt für kleine Operationen. Es braucht keine Pumpe, keinen Timer oder sonstige Ausrüstung. Verbinde Deine Pflanze lediglich durch eine mit Nährstoffen vollgesogene Schnur, welche zwischen dem Boden des Pflanzentopfes und dem Wasserreservoir verläuft. Der Kapillareffekt erledigt den Rest.

Arten von Hydroponischen Systemen

DIE WAHL DES PASSENDEN MEDIUMS UND ANBAURAUMS

Das Geheimnis liegt im richtigen Medium. Auch bei Hydroponik müssen sich Deine Pflanzen in etwas verwurzeln können. Die meisten Grower verwenden Steinwolle oder ähnliches. Möglich sind aber auch Sand oder Kies. Pop Rocks sind ebenfalls ein beliebtes Medium. Dies ist pelletierter Schiefer. Sie halten und leiten Wasser gut und die kleinen Pellets sind leicht zu reinigen. Sie sind allerdings nicht leicht zu finden.

Der wichtigste Aspekt des Mediums ist seine Keimfreiheit. Lavasteine zum Beispiel, ein weiteres beliebtes Medium, müssen mindestens fünf Tage eingeweicht werden. Für jede Aufzucht müssen sie komplett gereinigt werden.

Auch die Wahl des richtigen Reservoirs ist wesentlich für den Erfolg Deines Anbaus von Hydrokulturen. Bei der Auswahl solltest Du folgende Dinge beachten: Er benötigt einen Deckel und einen Wasserzugang. Womöglich benötigst Du ein zusätzliches, einsatzbereites Reservoir. Stelle sicher, dass Du mindestens eines parat hast. Damit kannst Du Dein Wasser vor der Bewässerung vorfiltern, Chlor entfernen und den pH-Wert neutralisieren.

Dein Reservoir sollte gut isoliert sein. Dann kannst Du die Temperatur besser kontrollieren. Wenn Du das Reservoir etwas erhöhst, zum Beispiel mit Steinen, ermöglichst Du eine gute Luftzirkulation um es herum. Manche Grower isolieren ihr Reservoir auch mit Styropor oder Schaumgummi.

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