Einer der wichtigsten Faktoren für den erfolgreichen Anbau von Cannabis ist der Übergang von der Wachstums- in die Blütephase zum richtigen Zeitpunkt. Wird der Schritt zu früh durchgeführt, kann dies zu einem geringeren Ertrag führen. Im Gegensatz dazu kann ein zu später Übergang zur Überwucherung der Pflanzen führen oder noch schlimmer, zu verbrannten Blüten. Die Entscheidung für die Einleitung der Blütephase sollte anhand der Berücksichtigung zahlreicher Faktoren getroffen werden. Dazu zählen das Alter der Pflanze, die maximale Höhe, die die Pflanze unter gegebenen Umständen erreichen kann, die angebaute(n) Sorte(n), woher die Pflanze stammt (Samen oder Klon) sowie die angewandte Anbaumethode.

Beim Übergang sollte man als Anbauer all diese Punkte und ihre möglichen Auswirkungen auf das Endprodukt beachten. Da jede Plantage einzigartig ist, sollte man mit dem Nachahmen von Methoden und Techniken anderer Anbauer vorsichtig sein. Das kann nämlich schnell zu ganz anderen Ergebnissen führen, als Du Dir vorgestellt hast.

SPIELT DAS ALTER DER PFLANZE EIN ROLLE?

Gewissermaßen – nicht wirklich. Manche Anbauer glauben, dass aus einem Samen angebaute Pflanzen 60 Tage in der Wachstumsphase reifen müssen. Das trifft allerdings nicht immer zwangsläufig zu. Man muss unbedingt beachten, dass junge Setzlinge nach 2–3 Wochen noch nicht richtig zu blühen beginnen können. Beim Anbau eines Klons spielt das Alter allerdings keine Rolle und man kann in die Blütephase wechseln, sobald der Klon ein stabiles Wurzelsystem entwickelt hat.

Unter optimalen Bedingungen sollten sich Pflanzen ungefähr 60 Tage lang in der Wachstumsphase befinden. In dieser Zeit sollten die Pflanzen die Möglichkeit haben, ihren Ertrag zu maximieren und sich an die Anbaubedingungen anzupassen. Das ist deshalb so wichtig, weil sich die Pflanzen in der Blütephase von Komplikationen oder Anbaufehlern viel schwerer wieder erholen. Man sollte beachten, dass diese Zeitspanne lediglich eine Empfehlung ist. Steht der maximale Ertrag nicht im Vordergrund oder sollten die jeweiligen Anbaubedingungen keine derartig lange Wachstumsphase erlauben, können die Pflanzen auch lange vor dem Richtwert von 60 Tagen in die Blüte gebracht werden.

Vegetativ bis zur Blüte

FAKTOR #1: MAXIMALE PFLANZENHÖHE

Der wichtigste Faktor, den es zu beachten gilt, ist der den Pflanzen zur Verfügung gestellte Platz. Je länger sich die Pflanzen in der vegetativen Phase befinden, desto größer werden sie. Befinden sich Deine Pflanzen bei einem begrenzten Platzangebot zu lange in der Wachstumsphase, kann dies zu einer Überwucherung führen. Werden die Pflanzen zu hoch, geraten sie womöglich zu nah an die Lampen und können dadurch beschädigt werden. Idealerweise sind Deine Pflanzen zu keinem Zeitpunkt weniger als 30cm von der Lichtquelle entfernt. Es handelt sich dabei um einen ungefähren Schätzwert. Erlaubt man ihnen, noch näher heranzukommen, riskieren Anbauer, dass die Blüten regelrecht verbrennen.

Achte dabei auch auf die Befestigung der Lampen, die Du für Deine Plantage verwendest. Manche Lampen werden heißer als andere, was sich wiederum auf den Mindestabstand zwischen Pflanzen und Lampen auswirkt. Wie lange Du Deine Pflanzen in der Wachstumsphase behältst, ist auch von der gewählten Sorte abhängig.

FAKTOR #2: SORTEN – INDICA ODER SATIVA?

Bei dem Wechsel in die Blütephase müssen die genetischen Unterschiede zwischen Indica- und Sativa-Sorten beachtet werden. Das liegt daran, dass sich Indica- und Sativa-Pflanzen während der Blütephase unterschiedlich verhalten. Indica-Sorten sind im Vergleich zu ihren Sativa-Gegenstücken für ihre kleineren, dichteren und buschigeren Pflanzen bekannt. Typischerweise legen sie während der Blütephase nur um 25–50% an Höhe zu. Im Vergleich dazu sind Sativa-Pflanzen bekannt dafür, recht groß zu werden, und besitzen die Fähigkeit, während der Blütephase um einiges höher zu werden. Man kann sagen, dass sie ab dem ersten Tag der Blüte bis zur Ernte ihre Höhe ungefähr verdoppeln.

Beachte, dass diese Eigenschaften auf reine Sativa- oder Indica-Sorten zutreffen. Die meisten Sorten werden charakteristische Merkmale von beiden Linien ausbilden, da ihre Genetik nicht zu 100% eindeutig Sativa oder Indica zugeordnet werden kann. Beim Anbau von Hybridsorten solltest Du auf die genetische Zusammensetzung der Pflanze achten, um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, was Du beim Anbau erwarten kannst. Als Daumenregel für den Anbau von Hybridsorten gilt, dass die Pflanzen ungefähr doppelt so hoch wie am Ende der Wachstumsphase werden.

Sativa- oder Indica-Sorten wachsen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit

FAKTOR #3: KLONE ODER SAMEN?

Die von Dir gewählte Anbaumethode wirkt sich auf den Zeitpunkt des Übergangs aus. Der Unterschied zwischen dem Anbau aus einem Samen oder Klon hat Auswirkungen auf die Wachstumsrate des Wurzelsystems der Pflanze. Hat die Pflanze noch kein stabiles Wurzelsystem entwickelt, kann es während der Blütephase zu Problemen und Komplikationen kommen.

Klone können in kurzer Zeit ziemlich groß werden und zwingen Anbauer dazu, die Pflanzen allein abhängig von ihrer Größe in die Blütephase zu schicken. Trotzdem sollte man einem Klon beim Anbau die nötig Zeit einräumen, damit der sich vor der Blüte gut entwickeln kann. Setzlinge können viel früher mit der Blüte beginnen. Beachte jedoch, dass sie 2–3 Wochen benötigen, ehe sie dazu in der Lage sind.

FAKTOR #4: ANBAUMETHODEN

Verschiedene Anbaumethoden wie die Sea-of-Green-Methode (SOG), Screen-of-Green-Technik (ScrOG), Lollipopping oder Supercropping können den Übergang beeinflussen. Je nach gewählter Anbaumethode wird der Zeitpunkt der Blüte variieren.

  • Sea of Green (SOG)

Bei dieser Methode gehen die Pflanzen bald in die Blütephase über, sodass sie nur einen einzigen großen Blütenstand produzieren. Diese Methode wird üblicherweise bei Indica-Sorten angewandt, die auf der Plantage dicht beisammen stehen. Bei dieser Methode sollten Pflanzen in die Blütephase gebracht werden, sobald sie eine Höhe zwischen 15–30cm erreicht haben.

  • Screen of Green (ScrOG)

Bei der Screen-of-Green-Technik verwendet man ein Netz, das horizontal über den Pflanzen aufgespannt wird. In der Regel wird es 30–60cm über der Basis der Pflanzen angebracht. So können sie direkt durch die Netzöffnungen hindurch wachsen. Bei dieser Methode müssen die Pflanzen im Vergleich zur SOG-Technik einige zusätzliche Wochen in der Wachstumsphase verbringen.

Sea of Green und Bildschirm von Green, SOG vs SCROG

  • Lollipopping

Lollipopping ist eine Technik, bei der die unteren Triebe der Pflanze entfernt werden, die nur sehr wenig bis kein Licht erhalten. Da Pflanzen Licht zum Wachsen benötigen, produzieren diese Bereiche kleinere Blüten und verbrauchen Energie, die an anderen Stellen besser genutzt werden könnte. Durch das Entfernen der unteren Blätter und Blüten kann die Pflanze ihre Energie auf die oberen Colas konzentrieren, die dann dichtere und dickere Blüten entwickeln. Typischerweise werden die Pflanzen je nach Höhe in die Blüte geschickt. Sativa-Pflanzen gehen dabei in der Regel bei einer Größe von 30–45cm in die Blütephase über, da sie während der Blüte noch viel größer werden. Indica-Pflanzen werden bei einer Größe von 100cm in die Blütephase geschickt, sodass ihnen mehr Zeit in der Wachstumsphase zur Verfügung steht.

  • Super Cropping

Diese Anbaumethode dient dem Zweck, von einer geringen Anzahl an Pflanzen hohe Erträge zu ernten. Aus diesem Grund müssen Pflanzen, die mithilfe dieser Technik angebaut werden, länger in der Wachstumsphase bleiben. Beim Super Cropping werden Äste nach unten gebunden, damit mehr Licht an den unteren Teil der Pflanze gelangen kann. Somit kann die Höhe der Pflanze während des Anbaus unter Kontrolle gehalten und die Wachstumsphase verlängert werden.

Lollipopping und Super Cropping

ANBAU IM FREIEN

In der Regel dürfen Pflanzen, die im Freien angebaut werden, von selbst in die Blütephase übergehen. Typischerweise geschieht das nach der Mitte des Sommers, wenn die Tage kürzer als 12 Stunden sind. Beim Anbau im Freien sollte man darauf achten, dass Pflanzen in der Nacht keinerlei Licht abbekommen. Dazu zählen auch Lichtquellen wie Gartenlichter, Straßenlaternen oder Scheinwerfer.

Doch Pflanzen müssen im Freien nicht unbedingt sich selbst überlassen werden. Ähnlich wie beim Anbau in einem Aufzuchtraum können Pflanzen durch veränderte Bedingungen in die Blüte gezwungen werden. In manchen Klimazonen haben Pflanzen schlichtweg nicht genügend Zeit, um ihre Blütephase vor dem Winter abzuschließen. In anderen Klimazonen müssen Anbauer die Blütephase erzwingen, um die Pflanze im Zaum zu halten. Zudem entscheiden sich manche Anbauer für die verfrühte Blütephase, um in einer Saison mehrere Ernten einfahren zu können.

Was auch immer der Grund dafür sein mag, das Erzwingen der Blüte Deiner Pflanzen im Freien ist ganz einfach. Draußen läutet man die Blütephase in der Regel ein, indem man die Pflanzen abdeckt und sie dadurch weniger Sonnenlichtstunden aussetzt. Beim Anbau in einem Gewächshaus müssen dafür einfach die Fenster abgedeckt werden.

WAS MAN WÄHREND DER BLÜTE ERWARTEN KANN

Bei den meisten Cannabissorten dauert die Blütephase ungefähr zwischen 7 und 10 Wochen. Was in dieser Zeit geschieht, ist von Woche zu Woche unterschiedlich und auch von der jeweiligen Sorte abhängig. Für mehr Informationen darüber, was man während der Blütephase erwarten darf, solltest Du Dir unsere Royal-Queen-Seeds-Anleitung die Blütephase von Cannabis Woche für Woche" nicht entgehen lassen.

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