WARUM SOLLTE MAN SICH MIT DER ZUCHT UND DER GENETIK VON CANNABIS AUSEINANDERSETZEN?

Das Züchten von Cannabis und der Erhalt von Genetiken ist keineswegs nur eine Sache für Profis! Jeder erfahrene Gärtner, der die normalen Anbautechniken gut beherrscht, kann ganz einfach vom Gärtner zum Züchter werden! Eigene F1-Samen zu züchten oder Kreuzungen zu erschaffen ist durchaus machbar! Die meisten Cannabissorten, die heute weltbekannt sind, wurden von Hobbyzüchtern erfunden. Manchmal sogar aus Zufall!

Auch wenn es etwas schwer werden könnte eine eigene große Samenzucht in einem Anbauzelt im Schlafzimmer zu betreiben: Im kleinen Rahmen ist das aber durchaus möglich. Du brauchst nur ein bisschen Erfahrung im Anbau von Cannabis und schon kann es losgehen!

Durch die Erfahrung im Anbau hast Du auf jeden Fall ein Auge für besondere Phänotypen entwickelt. Außerdem kannst Du dadurch gut mit den Pflanzen umgehen und hast alle nötigen Fertigkeiten schon gelernt.

WIE MAN BESONDERE CANNABISGENETIKEN BEWAHRT

KLONEN

Stecklinge zu nehmen ist wohl die einfachste Art eine besondere Genetik zu erhalten. Manche Sorten sind sogar nur als Stecklinge erhältlich! Einem Gärtner bleibt also nichts anderes übrig, als selbst Stecklinge davon zu nehmen, um die Genetik weiter zu erhalten. Für Gärtner sind Stecklinge nützlich, für Züchter ein absolutes Muss! Bevor Du selbst zum Züchter wirst, solltest Du durchgehend eine sehr hohe Erfolgsrate bei Stecklingen haben.

Klon schneiden Marihuana Pflanze

SELBSTBEFRUCHTUNG

Um sogenannte F1-Samen zu erhalten, kreuzt man eine Pflanze mit sich selbst. Dafür reicht ein weiblicher Cannabissteckling. Diese Samen enthalten nur die Genetik der Mutterpflanze. Um eine Pflanze mit sich selbst zu kreuzen, muss man das Geschlecht der Pflanze ändern, damit die Pflanze sich selbst bestäuben kann.

Viele Züchter stressen ihre Pflanze gezielt, damit die weiblichen Pflanzen in der Blütephase einige Samen erzeugen. Diese Methode wird angewandt, um von Sorten, die sonst nur als Steckling erhältlich sind, F1-Samen zu erhalten.

SAMEN ZÜCHTEN IM KLEINEN RAHMEN

ZÜCHTEN AUS DER SELBEN PACKUNG

Du hast Dir eine Sorte reguläre Cannabissamen bestellt und bist damit sehr zufrieden? Und Du hast keine Lust die männlichen Pflanzen einfach auszureißen? Dein Glück: Du kannst Cannabissamen aus der gleichen Packung meistens sehr einfach miteinander kreuzen! Nehmen wir einmal an, Du kennst diese Sorte sehr genau, weißt wie sie ungefähr wächst und wie der Ertrag ist. Dann kannst Du dir einfach ein gutes Paar aussuchen und dieses miteinander Kreuzen.

Diese etwas veraltete Methode wird normalerweise im Freien angewendet, lässt sich aber auch im Zuchtzelt sehr leicht umsetzen. Die einzige Vorraussetzung: Die genutzte Sorte muss möglichst stabil sein. So erhältst Du eigenes, stabiles Saatgut für die nächste Ernte.

Bevor Du Dich so richtig ans Züchten setzt, solltest Du lernen, wie man Pollen sammelt und damit Samen erzeugt. Dafür empfiehlt sich eine Packung mit besonders zuverlässigen Sorten.

Polyhybrid-Landrassen-Cannabis-Stämme

POLYHYBRIDEN

Ein Polyhybrid ist schlichtweg eine Sorte, die aus der Kreuzung zweier Hybridsorten entstand. Wenn verschiedene Landrassen oder Inzuchtsorten gekreuzt werden, ist das Ergebnis ein F1 Hybrid – ein Begriff, mit dem die erste aus einer Kreuzung entstandene Generation bezeichnet wird. F1 Hybride werden zu F2, F3 und so weiter, wenn neue Generationen durch Inzucht geschaffen werden.

Wird jedoch eine F1-Hybrid-Züchtung mit einer F1-Hybrid-Züchtung aus einer anderen genetischen Reihe gekreuzt, entsteht ein Polyhybrid. F1 Hybride besitzen bereits variierende genetische Eigenschaften beider Elternsorten, was bedeutet, dass Polyhybride unterschiedlicher ausfallen und die ihnen innewohnenden Eigenschaften nicht vorhersehbar sind. Die Erschaffung von Polyhybriden ist dennoch eine großartige Zuchtmethode, da sie Dir ermöglicht, einzigartige Eigenschaften aus einer breiten Auswahl von Zuchtpflanzen zu vereinen – auch wenn diese Sorten, wie Du Dir vielleicht denken kannst, ziemlich unbeständig und heterozygot sind. Es bedarf einiges an sorgfältiger Arbeit, um diese Züchtungen zu stabilisieren, so dass ihre Nachkommen gleichförmiger ausfallen.

POLYHYBRIDE ZUHAUSE ZÜCHTEN

Die Zucht von Cannabis benötigt ganz schön viel Platz. Du brauchst eine Kinderstube, einen Bereich zur Vermehrung und verschiedene Räume für weibliche und männliche Exemplare, um eine unerwünschte Kreuzbestäubung zu vermeiden. Und Du benötigst sogar noch mehr Platz, wenn Du planst, die Zucht von Polyhybriden über mehrere Generationen hinweg und mit vier aus Inzucht entstandenen Züchtungen, anzugehen. Wenn Du also planst, Dich an diesen Vorgang zu wagen, musst Du lernen, wie Du Deine Blüten auf die richtige Weise bestäubst.

Wenn Du das Züchten in Betracht ziehst, bist Du Dir über diesen Fakt vermutlich bestens bewusst, doch es lohnt sich trotzdem, es nochmal herunterzubeten: Halte Deine Männchen von Deinen Weibchen fern! Das ist besonders wichtig, wenn Du planst, Polyhybride zu züchten, da hier ein größeres Risiko besteht, die falschen Exemplare miteinander zu kreuzen.

Zuallererst musst Du zur richtigen Zeit den Pollen einer männlichen Pflanze einsammeln. Die Pollen sind letztendlich die Spermien der Pflanze und sie werden benötigt, um damit weibliche Blüten zu befruchten, auf dass sie mit der Produktion von Samen beginnen. Wenn sich die männlichen Pollensäcke beginnen zu öffnen, stülpe eine verschließbare Tüte über die Pflanze und schüttle sie kräftig durch.

Die weiblichen Pflanzen sind bereit für die Fortpflanzung, wenn sie in der frühen Blütephase damit beginnen, kleine weiße Blütenstempel auszubilden. Diese vorblütenartigen Gebilde sind im Grunde kleine Härchen, die aus den Calyxen hervortreten, um so Pollen aufzufangen. Als nächstes isolierst Du die auserwählte Pflanze, um eine weitere, unerwünschte Befruchtung zu vermeiden. Du kannst auch in Betracht ziehen, einen speziellen Befruchtungsbereich aufzubauen, um so jegliche Unfälle zu vermeiden.

Zur Befruchtung weiblicher Pflanzen ziehst Du die Pollentüte über Zweige, die bereits eine Blütenbildung zeigen. Verschließe die Tüte über einzelnen Zweigen und schüttele sie erneut. Lass sie dort ungefähr eine Stunde lang und wiederhole den Vorgang dann mit jedem Zweig, der Blüten trägt.

Bei der Cannabiszucht ist es essentiell, dass Du all Deine Schritte dokumentierst und das insbesondere beim komplexeren Vorgang der Erschaffung polyhybrider Sorten. Es ist leicht, diese und jene Genetik miteinander zu kreuzen und dann den Faden zu verlieren, welches Männchen Du mit welchem Weibchen vereint hast und um welche Sorte es sich dabei jeweils handelt. Daher ist es am besten, jede einzelne Pflanze zu beschriften, so dass sie leicht identifiziert werden kann. Ebenso ist es eine gute Idee, eine Tabelle anzulegen oder ein Flussdiagramm auf eine Tafel zu zeichnen, um die Übersicht zu behalten, wie jede Kreuzung aus welcher individuellen Pflanze entstanden ist. Wenn Du zudem jeden dokumentierten Vorgang mit einem Datum versiehst, hilft Dir das, künftig die Wartephasen richtig einzuschätzen.

ECHTE F1-HYBDRIDEN

Echte F1-Hybriden sind die Kronjuwelen des königlichen Samenkatalogs! Es gibt nur einen Nachteil: Stabile und potente F1-Hybriden zu züchten ist kompliziert und sehr zeitaufwendig! Auch professionelle Züchter brauchen dafür meist viele Jahre, in denen hunderte, wenn nicht gar tausende Cannabispflanzen selektiert und weitergekreuzt werden.

Echte F1-Hybriden entstehen nur aus Pflanzen mit einem sehr stabilen Stammbaum oder aus den sogenannten Landrassen. Dadurch werden diese Hybdriden sehr stark, potent und stabil. Es gibt nur ein kleines Problem: Um an echte Landrassen zu kommen, müsstest Du eine Weltreise unternehmen, sonst wird es kompliziert ... Kleiner Tipp: Royal Queen Seeds hat viele stabile Hybdriden im Angebot, mit denen Du einfach weiterzüchten kannst.

Weitere Generationen zu erschaffen wird jedoch sehr kompliziert und, um ehrlich zu sein, viel zu kompliziert und anspruchsvoll für einen normalen Gärtner. Wenn du F1-Samen (erste Generation) miteinander kreuzt, erhältst Du F2-Samen (zweite Generation). Diese Samen sind jedoch viel instabiler als die vorherige Generation, wodurch die Arbeit insgesamt viel schwerer wird.

Um nun weiterhin Erfolg zu haben, musst Du jetzt selektieren, also unpassende Phänotypen immer weiter aussortieren, um die Genetik wieder zu stabilisieren. Oft braucht es mehrere Generationen, vielleicht F5 (fünfte Generation) oder F6 (sechste Generation), bevor die Genetik wieder stabilisiert werden kann.

Mapa genético real reina semillas cría backcrossing

RÜCKKREUZUNG

Hast Du jemals dieselbe Cannabissorte mehrmals gekauft und dabei festgestellt, dass sie jedes Mal komplett verschieden aussah? Womöglich schmeckte sie sogar etwas süßer oder saurer als zuvor. Oder vielleicht hast Du dieselbe Sorte wiederholt angebaut und dabei festgestellt, wie unterschiedlich doch jede einzelne Pflanze aussieht? Diese Unterschiede innerhalb derselben Sorte bezeichnet man als genetische Varianz. Auch wenn Pflanzen sich dasselbe genetische Erbe teilen, ist ihr einzigartiger genetischer Ausdruck, auch Phänotyp genannt, ein Ergebnis dessen, wie ihre Genetik auf die Umwelt reagiert.

Die Unterschiede der einzelnen Phänotypen können sich in der Varianz der Größe, Harzproduktion, Farbe und vielem weiteren zeigen. Sorten können zudem in ihrem Chemotyp variieren. Dieser bezieht sich auf die chemischen Bestandteile, die sie produzieren. Die eine Pflanze mag vielleicht eine höhere Konzentration eines bestimmten Terpens besitzen, während eine andere womöglich den etwas höheren CBD-Gehalt besitzt. Wenn Du eine ganze Tüte voll Samen identischer Herkunft zum Keimen gebracht hast und große Unterschiede der Phänotypen der einzelnen Pflanzen bemerkst, dann bedeutet dies, dass die Sorte instabil ist und die Samen heterozygot sind. Für den Hobbyanbauer mag das nicht zwangsläufig ein Problem sein, doch für kommerzielle Anbauer, die sich eine strikte Konsistenz innerhalb ihrer Beete wünschen, wird so etwas schnell problematisch.

Diese Konsistenz ist durchaus möglich und kann durch die Stabilisierung der Genetik einer Sorte erreicht werden. Dadurch entstehen dann Samen, die mehr homozygot ausfallen und eine signifikant niedrigere Varianz zwischen den Phänotypen aufweisen. Doch wie können Züchter es schaffen, eine Sorte zu stabilisieren?

Ein möglicher Weg dies zu erreichen, ist die sogenannte Rückkreuzung, die sich im Cannabiszuchtlexikon unter dem Kürzel „BX“ für den englischen Begriff „backcrossing“ findet. Wenn Züchter es darauf abgesehen haben, eine neue Sorte zu erschaffen, wählen sie zunächst zwei Elternsorten mit den gewünschten Eigenschaften. Durch Kreuzung der beiden entsteht die erste Generation. Unter der Rückkreuzung versteht man im Wesentlichen, sich ein Mitglied dieser Generation zu schnappen und im Familienstammbaum eine Stufe höher zu bringen, um es dort mit einer seiner beiden Elternsorten zu paaren. Diese Art der Inzucht hilft die Präsenz der Gene einer der Eltern zu festigen, da sie wiederholt eingekreuzt wurden.

Wenn die weibliche Elternsorte zum Beispiel einen besonders hohen CBD- und Myrcen-Gehalt aufweist und damit eine beruhigende Wirkung erzeugt, lassen sich diese Eigenschaften in der folgenden Generation sogar noch verstärken, wenn sie mit einem ihrer männlichen Nachkommen, der auch diese Eigenschaften aufweist, erneut gekreuzt wird. Das kommt schlichtweg daher, dass die folgende Generation nun noch mehr ihres genetischen Materials enthält als die erste Generation, die ja auch vom männlichen Elternteil beeinflusst war.

Auch wenn die Rückkreuzung eine lang bewährte Methode zur Stabilisierung einer Cannabisgenetik ist, kann sie zu exzessiv angewendet auch einige Probleme verursachen. Durch eine so intensive Inzucht von Pflanzen werden auch alle rezessiven Gene, die unerwünschte Eigenschaften hervorbringen, gestärkt und an alle Pflanzen der nachfolgenden Generationen weitergegeben.

Die Du siehst, gibt es mehrere Methoden, um Deine Lieblingssorte zu erhalten oder sie sogar in eine neue, eigene Sorte zu verwandeln. Diese Anleitung soll Dir einen kleinen Überblick geben, um Dir den Start zu erleichtern, bevor Du Dich mit den komplizierteren Aspekten beschäftigen kannst.

Viel Glück!

 

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