Die Cannabispflanze und ihre Anwendung als Medizin und Freizeitdroge wird heiß diskutiert. Ein Thema dieser Debatte ist, ob Cannabis Entzugserscheinungen hervorruft, wenn man mit dem Konsum aufhört oder ihn reduziert.

Viele begeisterte Cannabiskonsumenten und -unterstützer stützen sich oftmals auf das Argument, dass Marihuana eine vollkommen natürliche Pflanze sei und absolut keine Risiken in Bezug auf Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen bereithält.

Auf der anderen Seite behaupten Gegner des Konsums zu jeder Zeit, dass Cannabis eine Droge des Anhangs I ist und deshalb ein hohes Risiko der Abhängigkeit und des Missbrauchs gegeben sei.

Beide dieser extremen Standpunkte stehen jeweils an einer Seite des Spektrums und die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

EINE DER SICHERSTEN DROGEN

Die Wahrheit ist, dass Cannabis eine extrem sichere Droge ist und sich als viel sicherer als Kokain, Amphetamine und sogar Alkohol erwiesen hat. Trotzdem handelt es sich dabei um eine psychoaktive Droge, die in manchen Fällen Entzugserscheinungen hervorrufen kann.

Das stereotypische Bild eines Drogenentzugs ist das eines Heroinsüchtigen, der schwitzend und zitternd in der Ecke einer Entzugsklinik kauert. Nur weil Cannabis Entzugserscheinungen bewirken kann, bedeutet das noch lange nicht, dass diese auch nur im entferntesten Sinne so extrem wie beim Entzug von härteren Drogen ausfallen.

Cannabis-Sucht

DAS ENDE DER DEBATTE: CANNABIS BEWIRKT ENTZUGSERSCHEINUNGEN

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, warum jemand seinem Cannabiskonsum ein Ende setzen möchte. Vielleicht will man nur eine Pause machen, damit sich die Toleranz abbauen kann und man wieder ein normales Niveau erreicht. Vielleicht hat man gerade einen neuen Job angenommen, der einen regelmäßigen Drogentest vorsieht. Vielleicht hat man aber auch entschieden, dass Cannabis nicht länger Teil des Lebens sein soll.

Welche Gründe man auch immer hat, Konsumenten sollten wissen, dass sie beim abrupten Stopp des Konsums wahrscheinlich Entzugserscheinungen wahrnehmen werden. Vor allem, wenn man viel und über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig konsumiert hat.

Diese Information mag viele Konsumenten überraschen, aber es stellte sich heraus, dass die Substanz sowohl psychische als auch physische Entzugserscheinungen hervorruft.

Viele Cannabiskonsumenten sprechen sich aktiv gegen das Potenzial der Abhängigkeit von Cannabis aus. Die physischen und psychischen Entzugserscheinungen durch den Stopp des Konsums können unter Umständen allerdings zu einer Abhängigkeit führen.

VERÄNDERUNG DER CANNABINOID-REZEPTOREN

Dr. David Gorelick, Professor für Psychiatrie an der University of Maryland School of Medicine führte zahlreiche Studien zu Cannabis-Entzugserscheinungen durch und kam zu dem Ergebnis, dass eine psychologische oder verhaltensbedingte Abhängigkeit durch den Kontrollverlust über den Konsum gekennzeichnet ist.

Beim Konsum von Cannabis werden im Körper Cannabioide freigesetzt und Rezeptoren innerhalb des Endocannabinoid-Systems aktiviert. Cannabinoide sind der chemischen Familie der Endocannabinoide unseres Körpers sehr ähnlich und sie erzeugen eine ähnliche Wirkung.

Das Endocannabinoid-System wird sowohl von Endocannabinoiden als auch von Cannabinoiden beeinflusst und Rezeptor-Agonisten wirken auf verschiedene Art und Weise auf das zentrale Nervensystem und beeinflussen das psychomotorische Verhalten, Kurzzeitgedächtnis, den Rausch und Appetit.

GEHALT AN CANNABINOIDEN

Deshalb wirken Cannabinoide sowohl physisch als auch psychisch auf den Menschen. Mit der Zeit verändert die Wirkung der Cannabinoide auf diese Rezeptoren den jeweiligen Zustand. Wenn man mit dem Konsum von Cannabis aufhört, müssen sich die Rezeptoren erst einmal wieder an ein normales Niveau anpassen. Die Symptome dieses Phänomens bergen das Risiko zu einer Abhängigkeit und Entzugserscheinungen zu führen.

WAS DIE WISSENSCHAFT SAGT

Eine Abhandlung aus dem Jahr 2005, die in dem Magazin Drug and Alcohol Dependance veröffentlicht wurde, beschreibt, dass beim Verständnis der durch Cannabis hervorgerufenen Entzugserscheinungen erhebliche Fortschritte gemacht werden konnten. Trotzdem wird erwähnt, dass viele Fragen derzeit noch unbeantwortet bleiben.

Die Abhandlung handelt von einer Studie mit 72 Erwachsenen, die wegen des Missbrauchs der Substanz ambulante Hilfe aufsuchten. Jeder der Teilnehmer konsumierte mindestens 15 Tage pro Monat Cannabis.

Die Autoren der Studie führen an, dass bei erwachsenen Cannabiskonsumenten im Rahmen der Behandlung des Drogenmissbrauchs nach dem Stopp des Konsums von Cannabis sehr wohl Entzugserscheinungen beobachtet werden konnten.

SYMPTOME

Beim Entzug berichten Betroffene von verschiedenen Symptomen. Dazu zählen verhaltensbezogene Symptome sowie physische Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwitzen.

Die Heranwachsenden erlebten auch andere Symptome. Darunter Angststörungen, Veränderung des Appetits, depressive Verstimmung, Verwirrtheit und Rastlosigkeit.

Cannabis-Entzugssymptome

WEITERE STUDIEN

Eine Studie aus dem Jahr 2003 im Journal of Abnormal Psychology untersuchte den zeitlichen Verlauf und die Signifikanz des Cannabisentzugs.

Die 50-tägige Studie mit ambulant behandelten Patienten untersuchte 18 Cannabiskonsumenten während einer fünftägigen Phase, in der sie nicht von ihren Konsumgewohnheiten abwichen. Darauf folgte eine 45-tägige Phase der Abstinenz.

Die Forscher fanden heraus, dass der Cannabisentzug mit einer Reihe von emotionalen Zuständen und physischen Symptomen wie Aggression, Wut, Angst, Appetitlosingkeit, Gewichtsabnahme, Verwirrtheit, Rastlosigkeit, Unsicherheit, Schlafproblemen und Magenschmerzen in Verbindung gebracht werden konnte.

Die Erlebnisse traten ungefähr 1-3 Tage nachdem die Konsumenten ihren Konsum einstellten auf und erreichten nach ca. 2-6 Tagen ihren Höhepunkt. Insgesamt konnte beobachtete werden, dass diese Effekte über eine Dauer von 4-14 Tagen anhielten.

DIE AMERICAN PSYCHIATRIC ASSOCIATION

Die American Psychiatric Association (APA) kam zu dem Schluss, Entzugserscheinungen von Cannabis anzuerkennen und führt an, dass dies auf einen heftigen und langen Konsum zurückzuführen sei.

Die APA berichtet, dass Cannabisentzug mindestens durch drei der folgenden Symptome charakterisiert wird: Verwirrtheit, Wut, Nervosität, Schlafproblemen, verminderter Appetit, Rastlosigkeit, depressive Stimmung und physische Symptome wie Magenschmerzen, Unsicherheit, vermehrte Schweißproduktion, Fieber oder Kopfschmerzen.

ENTZUGSERSCHEINUNGEN VERMEIDEN

Obwohl Entzugserscheinungen und Abhängigkeit von Cannabis reale Dinge sind, muss nicht automatisch jeder Konsument davon betroffen sein. Cannabis ist erwiesenermaßen eine extrem effektive natürliche Medizin sowie eine eigentlich unbedenkliche Freizeitdroge.

Die APA hält fest, dass ein heftiger und lange andauernder Konsum zu Entzugserscheinungen führen kann. Das bedeutet, dass eine gelegentliche Pause oder eine Einschränkung des Konsums eine gute Idee sein könnte. Obwohl bei manchen Krankheiten eine höhere Dosis an Cannabinoiden angebracht ist, empfiehlt es sich beim Konsum von Cannabis zu medizinischen Zwecken nur die empfohlene Dosis einzunehmen.

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