Der Cannabiskonsum nimmt zu - gerade auch unter Frauen. Deshalb werden immer mehr Fragen über den Zusammenhang von Cannabiskonsum und der weiblichen Gesundheit aufgeworfen, was auch den Konsum während der Schwangerschaft und der Stillzeit umfasst.

Wirkliche wissenschaftliche Belege - von umfassender Forschung ganz zu schweigen - liegen nur spärlich vor. Die überwältigenden Daten deuten jedoch auf eine Sache hin: Cannabis ist keine Substanz, die von werdenden oder stillenden Müttern sorglos eingenommen werden sollte. Cannabinoide scheinen eine gewaltige, wenn auch noch wenig verstandene Rolle innerhalb der menschlichen Entwicklung zu spielen. Es sieht ganz danach aus, dass sie entscheidend auf den Eisprung, die Schwangerschaft und sogar auf das frühe Leben des Säuglings einwirken. Endocannabinoide im menschlichen Gehirn sind für die zentralen Funktionen des Überlebens von wesentlicher Bedeutung.

Wie hoch das Niveau von Cannabinoidverbindungen im Körper sein sollte, ist eine ganz andere Frage. Wenn Mama Cannabinoide konsumiert, tut das auch ihr Baby.

Cannabinoide können aus dem menschlichen Körper ausgeschieden werden. Dies geschieht zum Beispiel über Speichel, Blut und Urin. Sie können auch in fetthaltigen Flüssigkeiten gelöst sein. Daher stellt die Muttermilch eine Möglichkeit dar, wie Babys eine Dosis Cannabis von ihren Müttern bekommen können.

Dies ist anscheinend nicht immer negativ. Tatsächlich enthält die Muttermilch viele natürliche Endocannabinoide. Daraus kann man folgern, dass bestimmte Arten von Cannabinoiden gut für Mutter und Kind sind. Wie viel und welche, ist allerdings völlig ungeklärt – worauf wir noch einmal ausdrücklich hinweisen wollen.

WELCHE CANNABINOIDE ENTHÄLT DIE MUTTERMILCH?

Das am häufigsten vorkommende Cannabinoid in der Muttermilch wird 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) genannt. Dieses Endocannabinoid stimuliert zudem dieselben Zellrezeptoren wie THC.

Noch interessanter ist, dass 2-AG entscheidend zu sein scheint, wenn es gilt, Neugeborene am Leben zu erhalten. Es stimuliert nämlich den Saugereflex und die Zungenmuskulatur des Säuglings. CB1-Rezeptoren im Gehirn steuern diese Funktionen.

Ohne diese Endocannabinoide können Babys eine Krankheit entwickeln, die als "nicht-organische Gedeihstörung" bezeichnet wird. Diese Störung liegt vor, wenn ein Baby nicht genügend Nahrung aufnehmen kann, um sich selbst zu ernähren.

Kinder könnten für die psychoaktiven Nebenwirkungen von THC sogar weniger anfällig sein als Erwachsene.

Es gibt vieles, was nicht bekannt ist, aber neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Jahrzehnte der Anti-Drogen-"Forschung" tatsächlich falsche Ergebnisse geliefert haben könnten.

Mütter, Die Cannabis Stillen

CANNABINOIDE UND DIE KINDESENTWICKLUNG

Eine Studie aus dem Jahr 2004 deutete auch darauf hin, dass Endocannabinoide sowohl in der prä- als auch in der postnatalen Entwicklung von Säuglingen entscheidend sind. Im Embryo und Uterus findet man Anandamid- und Cannabinoid-Rezeptoren in großer Zahl. Die Anandamid-Spiegel werden zum Zeitpunkt der Implantation auf natürliche Weise gesenkt. Es kann sein, dass hohe Anandamid-Spiegel das Risiko einer Fehlgeburt steigern.

Studien aus den 1980er-Jahren waren in Bezug auf ihre Ergebnisse durchwegs uneindeutig. Die Korrelation von Cannabiskonsum von werdenden und stillenden Müttern konnte nie eindeutig bestimmt werden. Eine Studie aus dem Jahr 1985 kam zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass es keine signifikanten Auswirkungen auf Babys gab, deren Mütter während der Schwangerschaft Cannabis rauchten.

Eine viel umfangreichere Studie aus dem Jahr 1990 lieferte jedoch genau entgegengesetzte Ergebnisse: Tatsächlich fand man bei Kindern, die Cannabis ausgesetzt waren, signifikante Unterschiede in der motorischen Leistungsfähigkeit.

Allerdings lag der Studie auch eine Annahme zugrunde, die sie mit vielen anderen dieser Ära teilt: Cannabiskonsum wurde mit Alkohol- und Tabakkonsum in einen Topf geworfen.

Eine umfassende Studie über Mütter, die während der Schwangerschaft oder Stillzeit ausschließlich Cannabis konsumiert haben, steht derzeit noch aus.

WAS SAGEN STILL-EXPERTEN ZU DIESEM THEMA?

Die Academy of Breastfeeding Medicine (ABM) veröffentlichte 2015 eine Reihe von Richtlinien für den Cannabiskonsum.

Nach Angaben der Akademie gab es weder für das eine, noch das andere ausreichend Belege. Man rät dennoch zur Vorsicht, was die Nutzung von Cannabis während der Schwangerschaft bzw. beim Stillen betrifft.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2015, in der Fachleute zum Thema Stillen befragt wurden, ergab, dass die Teilnehmer bei der Verschreibung von Cannabis äußerst vorsichtig vorgingen. Tatsächlich ergaben die Berichte, dass es ausschließlich im Einzelfall verschrieben wurde.

Die Umfrage ergab, dass zwischen 10-20% der Teilnehmer Patienten hatten, die während dieser Zeit Cannabis konsumierten. Die überwiegende Mehrheit der Befragten gab zudem an, von der Einnahme des Medikaments während der Schwangerschaft oder Stillzeit abgeraten zu haben.

DER GRUND FÜR ALL DIESE WISSENSLÜCKEN

Der Wissensmangel über den Einfluss von Cannabis auf diese entscheidende Phase des menschlichen Lebens ist auf eines zurückzuführen: den Mangel an ernsthafter und objektiver Forschung. Die überwiegende Mehrheit der durchgeführten Studien konzentrierte sich auf Schadensbegrenzung. Die eigentliche Rolle der Endocannabinoide während der Schwangerschaft und der kindlichen Entwicklung haben diese Studien nicht untersucht. Tatsächlich ist dieses Konzept überhaupt erst seit Anfang des Jahrhunderts bekannt.

Dieses "Wissen" wird sich sicherlich ändern – wenn auch nur langsam. Versuche an Menschen können natürlich nicht durchgeführt werden. In der Zwischenzeit werden viele dieser Fragen sicher indirekt beantwortet werden können. Das Verständnis des Endocannabinoid-Systems (ECS)  steckt noch in den Kinderschuhen.

Warenkorb

Einschließlich KOSTENFREIER Artikel

Keine Produkte

Versand € 0.00
Gesamt € 0.00

Bestellen